EWR-Dienstleister bieten VVG-konforme Krankenversicherungen




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EWR-Dienstleister bieten VVG-konforme Krankenversicherungen

Beitragvon NEUE KV » 30.10.2012, 16:33

Laut statistischem Bundesamt haben wir immer noch mehr als 137.000 Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung. Dazu gesellen sich rund 150.000 mit Zahlungsproblemen in den privaten deutschen Krankenversicherungen, die nur noch eine Notleistung erhalten - und für rund 380.000 überwiegend Selbstständige in den gesetzlichen Kassen besteht das gleiche Problem: ständig wachsende Beitragsschulden denen nur noch eine Notversorgung gegenüber steht. Und dann gibt es praktisch keine deutsche PKV mehr, die Selbstständige von außerhalb der EU, welche nach Deutschland kommen, noch annehmen (und in die GKV können die leider nicht als freiwillige Mitglieder).

Für diese Gruppen, die durch das deutsche Netz gefallen sind oder immer noch fallen gibt es aber Lösungen, die legal sind (also die Versicherungspflicht in Deutschland erfüllen) und auch bezahlbar sind. Dabei gibt es mit deutschen Versicherungen vergleichbare "Vollkasko"-Tarife aber eben auch Tarife, die eher wie Teilkasko wirken und halt nur bei Erkrankungen den Arzt und das Krankenhause - das aber dann ordentlich - bezahlen. Wer sich nicht mehr leisten kann, hat immerhin dann eine Grundsicherung und kann wieder ruhig schlafen.

Wer als derzeit Nichtversicherter wieder eine private Krankenversicherung haben möchte, aber die rückwirkenden Strafbeiträge einfach nicht leisten kann, braucht Alternativen. Die gibt es. Und da viele deutsche private Krankenversicherungsgesellschaften inzwischen Nichtversicherte auch pauschal als Kreditrisiko aus "subjektiven Gründen" ablehnen, ist es für viele sogar die einzige Alternative.

Gemeint sind hier die Krankenversicherungen von EWR-Dienstleistern. Das sind eingeführte und renommierte Krankenversicherungen aus anderen EU-Staaten, die dank EU-Richtlinie zum Vertrieb in Deutschland zugelassen sind und damit laut BaFin auch geeignet sind, die Versicherungspflicht in Deutschland zu erfüllen. Da diese europäischen Krankenversicherungen nicht dem Kündigungsverbot unterliegen wie deutsche Versicherer, nehmen sie auch jeden ohne Prüfung von Schufa oder Kreditscoring. Und auch viele Vorerkrankungen, die bei deutschen Versicherungen zu totalen Ablehnungen führen, werden hier einfach nur ausgeschlossen und für alles andere immerhin dann eine ordentliche Versicherung angeboten.

Ist nicht für jeden eine Lösung, es gibt auch Fälle, die selbst so nicht zu lösen sind....aber für die meisten Unversicherten ist es ein Chance, wieder versichert zu werden und nach ein paar Jahren dann ohne Strafbeiträge in eine deutsche Krankenversicherung zu wechseln mit einer ordentlichen Vorversicherung.

Wer mehr wissen will kann einfach die Begriffe "Krankenversicherung" und "EWR-Dienstleister" googeln und dann findet man auf Platz 1 oder 2 einen spezialisierten Anbieter/Vermittler für solche Versicherungen.

Oder bei mir nachfragen....

Cheerio
NEUE KV
PKV Kenner
 

Beitragvon NEUE KV » 03.04.2013, 10:19

Inzwischen gibt es dazu ganz gute Berichterstattung in den Medien. Wer sich zu dem Thema europäische Krankenversicherungen noch besser und unabhängig informieren will, findet hier interessante Artikel dazu:
'FOCUS (aktuelle Ausgabe 14/2013): Links sind nur für registrierte User sichtbar.
"Mit dem Ausland rechnen - Europäische Krankenversicherungen beleben den Wettbewerb in Deutschland"

CAPITAL Online: hier einfach Googeln: " Schlupfloch--So-bekommen-Unversicherte-wieder-Krankenschutz " da man nur eine URL hier hinterlegen darf pro Beitrag.

Kann für Viele, die sonst Probleme haben oder bei deutschen Versicherungen keine Lösung finden, eine gute und vorallem bezahlbare Alternative sein.
NEUE KV
PKV Kenner
 

Beitragvon Jockel » 26.08.2013, 21:50

Hi zusammen,

finde ich gut, dass es so wenigstens eine Möglichkeit für Leute gibt, die in soziale Schieflage geraten und sich dann selbst die Versorgung im Krankheitsfall nicht mehr leisten können. Vielleicht müssen erst ausländische Unternehmen kommen und zeigen, dass es trotzdem geht. Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass das gesamte Gesundheitssystem eine grundlegende Erneuerung benötigt, damit solche Fälle erst gar nicht mehr entstehen. Für mich ist eine staatliche Gesundheitsversorgung für alle der richtige Weg. Warum müssen Privatpatienten bei Ärzten und im Krankenhaus ständig bevorzugt werden? Auch die Leistungen, die sie erhalten, gehen weit über das sonst übliche Maß hinaus. An dieser Stelle wird besonders deutlich, dass wir eine Dreiklassen-Gesellschaft sind und das sollte endlich abgeschafft werden.

BG

Jockel
Jockel
PKV Kenner
 

Beitragvon NEUE KV » 20.01.2014, 12:07

Leider war die Öffnungaktion/Amnestie seit 01. August bis zum Jahresende ja ein ziemlicher Flop. Was zu erwarten war...aber trotzdem, das Ergebnis ist schon erschreckend. Per November waren von den über 140.000 Nichtversicherten nur rund 2.700 wieder bei einer deutschen PKV versichert worden (Anfrage der LINKE im Bundestag und Antwort der Bundesregierung von November). Auch wenn anzunehmen ist, dass kurz vor Jahresende nochmal eine Welle kam, wird sich die Zahl vielleicht verdoppeln oder verdreifachen - und es bleiben immer noch über 100.000 Menschen dann ohne Krankenversicherung.

Grund war, dass die meisten deutschen PKV die bisher Nichtversicherten sehr häufig nicht in Normaltarife aufgenommen haben, wie ich von Vielen, die es versucht habe, berichtet bekam. Gesundheit, Bonität oder einfach nur der falsche Beruf, der zu einer negativen Kreditrisikoeinschätzung auch bei ordentlicher Schufa führt, erlauben den meisten dann nur den Zugang in den Basis-Tarif. Denkbar unattraktiv. Aber solange das Kündigungsverbot für die deutschen PKV bestehen bleibt, wird sich daran nichts ändern.

Und auch in der GKV sind nur per Ende November nur etwas über 5000 Menschen aus der Nichtversicherung zurück ins System gelangt. Auch hier wurden die grundsätzlichen Probleme leider nicht gelöst: die im Verhältnis zu hohen Beiträge für Selbständige mit einem Verdienst von weniger als 3.000 EUR brutto im Monat (oder gar weniger als 2.000 EUR brutto).

Stand heute bleiben mal wieder, wie vor dem 1.August, nur noch die EWR-Dienstleister als Anbieter von einer Krankenversicherung, die geeignet sein kann, die Versicherungspflicht in Deutschland zu erfüllen und die meisten Personen, die die deutschen PKV nicht in Normaltarifen annehmen, ohne Probleme versichern. Dabei sind diese Krankenversicherungen nicht das tollste was es gibt - um das mal ganz klar zu sagen. Auch diese Krankenversicherungen haben Nachteile (aber auch Vorteile) gegenüber den deutschen PKV oder gar der GKV. Aber wenn die Wahl ist, sich gar keine Versicherung leisten zu können oder zumindest eine solide Grundversicherung im privaten Bereich zu haben, die man sich auch leisten kann, dann ist das der pragmatischere und bessere WEg, denke ich als über den Basis-Tarif in den Notlagen-Tarif zu gehen (obwohl für manche Nichtversichert mit entsprechenden Krankheitsbildern vermutlich nur dieser Weg überhaupt bleibt).

Wollte hier nur mal wieder informieren, dass EWR-Dienstleister auch nach dem 1. Januar 2014 weiterhin keine Strafbeiträge rückwirkend verlangen und wer dort drei Jahre versichert ist und bleibt, kann die nunmehr wieder gültigen Strafbeiträge für die Vergangenheit verjähren lassen und hat dann, wenn er nachweisen kann, dass er die ganze Zeit seine Beiträge ordentlich bezahlt hat, auch wieder eine gute Chance, in einer deutschen PKV versichert zu werden. EWR-Diensteister können hier eine Brückenfunktion zurück ins "System" darstellten.

Cheerio
NEUE KV
PKV Kenner