Beitragsanpassung der privaten Krankenversicherung

Beitragsanpassung der privaten Krankenversicherung

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Alljährlich werden die Beiträge für die private Krankenversicherung neu geprüft und entsprechend angepasst. Da die Kosten für Krankenbehandlungen in den letzten Jahren kontinuierlich stiegen, war zumeist mit einer Beitragssteigerung zu rechnen. Auch in diesem Jahr werden die Beiträge neu angepasst, allerdings ist dieses Mal überwiegend die Absenkung des Rechnungszinses ausschlaggebend.

Auch Versicherungsunternehmen sind letztendlich Wirtschaftsunternehmen, die ihre Aus- und Einahmen gut kalkulieren müssen. Daher müssen die Versicherungsbeiträge das Risiko abdecken und gleichzeitig möglichst auch noch einen Gewinn erwirtschaften.

Beitragsrechnung der PKV

Mit den Beiträgen für die private Krankenvollversicherung müssen zudem noch Altersrückstellungen für die Versicherten angelegt werden. Im späteren Alter werden die Rückstellungen dann genutzt, um die Beiträge trotz steigender Gesundheitsausgaben möglichst konstant halten zu können.

Diese Gelder werden am Kapitalmarkt gewinnbringend angelegt und in der Beitragsberechnung wird ein Zins mit einkalkuliert, der sogenannten Rechnungszins. Seit Jahren liegt dieser bei 3,5 Prozent. Da aber es aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsphase den Versicherungen schon länger nicht mehr möglich ist, bei solcher Rendite Gelder zu erwirtschaften, muss der Rechnungszins in der Kalkulation abgesenkt werden. Durch eine Absenkung des Rechnungszinses würde sich ohne Erhöhung der Beiträge die Altersrückstellung reduzieren und somit weniger Geld für die Versicherten übrig bleiben.

Exakte Erhöhung der PKV-Beiträge noch unklar

Da noch nicht feststeht, inwieweit sich der Rechnungszins absenkt und dies auch von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich ausfallen wird, sind die genauen Auswirkungen auf die Policen noch unklar. Erst mit Versendung der Beitragsschreiben können Versicherte genau feststellen, wie ihre neuen Beiträge angepasst wurden. In einigen Fällen bleiben die Beiträge auch gleich, sofern die Versicherungsgesellschaften durch durchdachte Geldanlagen eine attraktive Rendite erwirtschaften konnten.

Ist allerdings eine deutliche Erhöhung zu verzeichnen, sollten Versicherte einen Versicherungswechsel anstreben. Bei solchen Beitragserhöhungen gelten die außerordentlichen Kündigungsfristen und ein Wechsel ist problemlos möglich. Unabhängige Vergleichsrechner und auch Tests in Zeitschriften sind hilfreich, um die passende Versicherung zu finden.

Neben den Konditionen ist stets auch der Versicherungsschutz zu vergleichen. Die meisten Versicherungen bieten aber auch in der eigenen Gesellschaft die Möglichkeit, den Krankenversicherungstarif zu wechseln oder beispielsweise eine höhere Selbstbeteiligung zu vereinbaren.