Betriebliche Krankenversicherung – so beliebt wie nie zuvor

Betriebliche Krankenversicherung – so beliebt wie nie zuvor

KrankenkassenkarteEine neue Studie brachte ans Licht, dass sich gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer zunehmend für Angebote der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) interessieren. Insbesondere vergünstigte oder kostenlose Angebote bieten anscheinend einen großen Anreiz zum Abschluss des Vertrags.

Bedarf an betrieblichen Krankenversicherungen steigt

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Towers Watson, die zum Jahresbeginn 2014 unter dem Titel „Kranken-Zusatzversicherung – Bedarf an Gesundheitsleistungen“ veröffentlicht wurde, ergab, dass das Interesse grundsätzlich davon abhängig ist, ob die Beiträge vom Arbeitgeber finanziert werden oder vom Arbeitnehmer zu tragen sind. Befragt wurden dazu knapp 1.000 Arbeitnehmer in der Altersgruppe zwischen 20 und 55 Jahren.

Die arbeitgeberfinanzierte bKV liegt unter allen anderen betrieblichen Sozial- und Nebenleistungen an erster Stelle, gaben zwei von drei Befragten an. Die zweithöchste Aufmerksamkeit konnte mit 58 Prozent die durch den Arbeitgeber gezahlte Zusatzversicherung für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse erlangen. Auf dem dritten Platz folgte die Entgeltumwandlung und auf Platz Vier eine vergünstigte Krankenzusatzversicherung. Bis Ende 2013 konnten Arbeitgeber noch Beiträge bis zu 44 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei aufwenden. Doch mit Urteil GZ IV C 5 – S 2334/13/10001 hat das Bundesfinanzministerium diesen Steuervorteil aufgehoben und die Beiträge des Arbeitgebers zur bKV gelten zukünftig nun als Zufluss von Barlohn und müssen versteuert und mit Sozialabgaben belegt werden.

Betriebliche Krankenzusatzversicherung wird von Arbeitgebern als Rekrutierungsmittel genutzt

In den vergangenen drei Jahren haben sich bereits sechs private Krankenversicherer auch für die betriebliche Version geöffnet. Seit 2012 können die Barmenia, die Hallesche, DKV, Allianz und die Württembergische solche Verträge anbieten. 2013 kamen jüngst die Debeka und Huk-Coburg dazu. Mit der betrieblichen Krankenzusatzversicherung können Arbeitgeber Fach- und Führungskräfte binden oder gewinnen. Doch auch unter den Arbeitgebern wächst das Interesse. 44 Prozent der befragten 500 Unternehmen sehen in der betrieblichen Krankenversicherung eine attraktive Arbeitgeberleistung für ihre Mitarbeiter. Zwar gaben auch 94 Prozent an, noch keinen Vertrag abgeschlossen zu haben, doch vor allem kleinere Unternehmen wollen die betriebliche Krankenversicherung als Rekrutierungsinstrument nutzen. Denn gerade bei ihnen wird der Druck, Fachkräfte an sich zu binden, stetig größer.

Der Arbeitgeber kann aussuchen, welche zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen abgedeckt werden sollen, oder ob etwa eine Chefarztbehandlung oder das Einbettzimmer übernommen werden. Bereits ab fünf Personen können Unternehmen solche Angebote ohne Gesundheitsprüfung als Gruppenvertrag wahrnehmen. Doch viele Gesellschaften verfügen noch über zu wenig Erfahrungen mit den Gruppenverträgen.

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Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)