Krankenkassenwechsel – so funktioniert´s

Krankenkassenwechsel – so funktioniert´s

2913 -Versicherungskarte

Seit dem 01.01.1996 kann die Krankenkasse frei gewählt werden. Auch innerhalb eines Jahres ist ein Wechsel möglich. Wechselwillige müssen einige Punkte beachten, die wir Ihnen in diesem Artikel näher erläutern möchten.

Beitragserhöhung zieht Sonderkündigungsrecht nach sich

Bundesbürger können grundsätzlich ihre Krankenkassen zu jeder Zeit wechseln. Hierzu muss bei der alten Kasse schriftlich und formlos binnen einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende gekündigt werden. An diese Wahl sind Versicherte dann für mindestens 18 Monate gebunden. Wird innerhalb dieser Frist nicht in eine andere Krankenkasse gewechselt, weil beispielsweise keine neue Kasse gefunden wurde, bleibt der Versicherte automatisch bei seiner bisherigen Kasse versichert. Erhöht die derzeitige Krankenkasse ihre Beiträge bzw. fordert diese einen Zusatzbeitrag ein, so besteht ein Sonderkündigungsrecht, das innerhalb von zwei Monaten ab Inkrafttreten der Beitragserhöhung in Anspruch genommen werden muss. Die Krankenkasse kann in solch einem Fall mit einer 2-Monats-Frist gewechselt werden – auch dann, wenn noch keine Mitgliedschaft für 18 Monate entstand.

Wer sich allerdings freiwillig für einen Wahltarif für Krankengeld entschieden hat, hat kein Kündigungsrecht, denn an diese Krankenkasse und an diesen Tarif sind Mitglieder ab Eintritt drei Jahre fest gebunden. Für andere Wahltarife besteht seit dem 01.01.2011 ebenfalls ein Kündigungsrecht.Im Falle der Wahl eines Tarifs mit Beitragsprämie hat der Krankenversicherte auch bei einer Abschaffung oder Reduzierung der Beitragsprämie ein Sonderkündigungsrecht. Bei einer Beitragsprämie wird dem Versicherten ein Teil des Krankenkassenbeitrags im Falle einer guten Finanzlage zurückgezahlt.

Wechsel ist in alle offenen gesetzlichen Kassen möglich

Grundsätzlich können Versicherte in alle gesetzlichen Krankenkassen wechseln, die sich entweder der Allgemeinheit geöffnet haben, oder die im Bundesland des Arbeitsplatzes oder des Wohnorts offen sind. Dies sind die allgemeinen Ortskrankenkassen, die geöffneten Betriebskrankenkassen, die Innungskrankenkassen oder die Ersatzkrankenkassen. Zudem gibt es noch Betriebskrankenkassen, für deren Wahl die Art des Arbeitgebers ausschlaggebend ist. Wechselwillige können innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen die Mitgliedschaft bei einer neuen Kasse beantragen und müssen die alte Kasse kündigen. Dabei sind die oben genannten Kündigungsfristen zu beachten.

Der Wechsel von einer privaten Versicherung in eine gesetzliche Krankenkasse ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Daher muss vor Kündigung der privaten Krankenversicherung zunächst geklärt werden, ob ein Wechsel und eine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Kasse überhaupt möglich sind. Denn eine voreilige Kündigung kann zum Verlust des Versicherungsschutzes führen! Auch wer von einer gesetzlichen Kasse in eine private Krankenversicherung wechseln möchte, muss einige Bedingungen einhalten und in der Regel eine Gesundheitsprüfung absolvieren.

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Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)