Mitnahme der Altersrückstellung bei einem Wechsel des Versicherers

Mitnahme der Altersrückstellung bei einem Wechsel des Versicherers

Senioren bekommen Beratung zu FinanzthemenMit der sogenannten Altersrückstellung in der privaten Krankenversicherung wird Geld gespart, um im Alter die steigenden Kosten des Versicherten aufzufangen. Kunden in jungen Jahren zahlen somit einen höheren Beitrag, um die mit zunehmenden Alter steigenden Kosten auszugleichen.

Mitnahmebetrag der Altersrückstellung bei PKV-Wechsel

Bei Verträgen, die vor 2009 abgeschlossen wurden, kann bei einem Wechsel der Versicherungsgesellschaft die Altersrückstellungen nicht mitgenommen werden. Anders sieht es aus, wenn die private Krankenversicherung (PKV) erst ab dem 01.01.2009 abgeschlossen wurde – die Altersrückstellung kann seitdem zumindest zu einem Teil mitgenommen werden. Die Höhe der übertragbaren Rückstellung richtet sich hierbei nach dem Umfang des Basistarifs.

Der § 13a KalV regelt die Mitnahme der Rückstellung. Je nachdem, in welchem Tarif der Versicherte bis dahin versichert war, beträgt der Mitnahmeanteil bis zu 78 Prozent. Die Differenz geht bei einem Wechsel verloren und bleibt bei der alten PKV. Ziel des Gesetzesbeschlusses ist es, Privatkrankenversicherte eine bessere Möglichkeit zum Wechsel zu eröffnen. Hinzu kommt, dass durch diese Maßnahme der Wettbewerb innerhalb der Anbieter gesteigert werden soll. Doch bisher ist eine vollständige Übernahme der Rückstellungen nur innerhalb des Basistarifs möglich. Als Faustregel gilt: Je mehr der alte Versicherungstarif einem Basistarif entspricht, desto höher ist der übertragbare Anteil der Altersrückstellungen.

Wechsel bei Verträgen vor 2009

Wer bereits vor dem 01.01.2009 versichert war und den Versicherer wechselt, muss komplett auf die angesparte Altersrückstellung verzichten. Versicherte, die schon sehr lange bei ein und derselben Versicherungsgesellschaft versichert sind, sollten sich den Wechsel genau überlegen – er lohnt sich nur im Einzelfall. In der Regel ist dann ein Wechsel innerhalb der derselben Gesellschaft zu einem anderen Tarif sinnvoller.

Experten raten daher, nicht vorschnell zu kündigen, wenn mit einem Versicherungswechsel geliebäugelt wird. Denn nicht nur im Hinblick auf die Altersrückstellung sind einige Punkte zunächst abzuwägen. So muss bei einem Wechsel immer eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt werden, damit die neue PKV das individuelle Risiko besser einschätzen kann. Eine PKV ohne Gesundheitsprüfung gibt es ausschließlich im Bereich der Zusatzversicherungen. Ein weiterer Punkt ist das Eintrittsalter des Versicherten zu Versicherungsbeginn. Denn das Alter ist ebenfalls maßgebend für die Berechnung der Versicherungsbeiträge. Als Faustregel gilt: Je höher das Alter bei Eintritt, desto höher sind die monatlichen Beiträge.

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Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)