Was bieten die Krankenkassen zu welchen Beiträgen?

Was bieten die Krankenkassen zu welchen Beiträgen?

PhysiotherapieSeit Jahresbeginn 2015 haben die Krankenkassen die Möglichkeit, Sie als Versicherte mit einem Zusatzbeitrag zu belasten. Viele Krankenkassen haben davon Gebrauch gemacht. Die Frage, ob Sie durch den Zusatzbeitrag allerdings verbesserte Leistungen bekommen, kann leider nicht überall bejaht werden. Das brachte ein Vergleich zutage, der vom Onlinemagazin Focus durchgeführt wurde.

Traurigerweise haben einige Krankenkassen die Chance zur Erhebung von Zusatzbeiträgen genutzt, ohne Sie als Versicherten besser zu stellen. Minuspunkte bei der Bewertung der Leistungen kassierten beispielsweise die Techniker Krankenkasse und die Barmer GEK. Bei der AOK Baden-Württemberg stellten die Focus-Experten dagegen ein verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis fest. Etwas besser schnitt die AOK Plus ab. In Sachsen und Thüringen wurden die Leistungen minimiert, aber in gleichem Maße reduzierte sich auch die Beitragslast für die Versicherten, da der Zusatzbeitrag mit 0,3 Prozent des Einkommens niedriger als die seit Januar 2015 geltende allgemeine Beitragssenkung ausfällt.

Wo haben sich die Leistungen der Krankenkassen verringert?

Interessant ist die Tatsache, dass es bei der AOK erhebliche Unterschiede zwischen den regional zuständigen Niederlassungen gibt. Die AOK Nordwest erhebt einem Beitragssatz von insgesamt 15,5 Prozent, bietet keinerlei Verbesserungen bei den Leistungen und hat noch dazu acht Geschäftsstellen geschlossen. Bei der AOK Rheinland/Hamburg gab es keinerlei Veränderungen, obwohl der Beitrag ebenfalls bei 15,5 Prozent liegt. Bei der AOK Plus gibt es geringere Boni für die Teilnahme an präventiven Programmen. Auch die IKK Classic ist auf der Liste der Negativbeispiele zu finden. Der Beitrag liegt bei 15,4 Prozent. Den Versicherten stehen statt der bisherigen 372 Geschäftsstellen nur noch 335 Geschäftsstellen zur Verfügung. Bei der Barmer GEK sind mehr als hundert Geschäftsstellen weggefallen. Die Zuschüsse für die professionelle Zahnreinigung gibt es nur noch, wenn die Versicherten an speziellen Bonusprogrammen teilnehmen.

Wer sammelte Pluspunkte beim Vergleich der Krankenkassen?

Die AOK Baden-Württemberg präsentiert sich mit positiven Veränderungen, obwohl auch hier zwanzig Geschäftsstellen geschlossen wurden. Dafür bekommen nun alle Versicherten den Zuschuss von 120 Euro pro Jahr für osteopathische Therapien. Er wurde zuvor nur für Säuglinge gewährt. Die Maximalgrenzen für Zuschüsse für Reiseimpfungen liegen nunmehr bei 50 Euro und bei alternativen Arzneimitteln bei 80 Euro pro Jahr. Außerdem erhalten Schwangere einen Zuschuss von bis zu 120 Euro pro Jahr, wenn sie eine Hebammenbereitschaft in Anspruch nehmen. Einen besonderen Bonus gibt es bei der DAK-Gesundheit. Sind beide Ehepartner bei dieser Krankenkasse versichert, werden auf Antrag in Wege der Einzelfallentscheidung die Kosten für eine künstliche Befruchtung übernommen.

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