Wechsel von der PKV zur GKV

Wechsel von der PKV zur GKV

In Deutschland besteht die Pflicht zu einer Krankenversicherung, wobei zwischen gesetzlichen und privaten Versicherungsangeboten frei gewählt werden kann. Sowohl für Angestellte als auch Selbstständige ist es oftmals günstiger, sich privat zu versichern, da in diesem Falle die Beiträge für die Versicherung in der Regel flexibler und individueller gewählt werden können. Allerdings sollten Versicherte ihre Situation stets im Blick behalten und die

Versicherungen vergleichen, denn die Beiträge der PKV steigen mit der Zeit. Der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist allerdings in einigen Fällen nicht so einfach.

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Die Gründe für den Wechsel in die GKV
Die PKV bietet Versicherten viele Vorteile, wie etwa bessere Krankenkassenleistungen und Erstattungen für verschriebene Medikamente. Auch der Arzt freut sich über privat Versicherte, so dass diese bei der Terminvergabe häufig bevorzugt werden. Vor allem besser verdienende Angestellte, Freiberufler und Selbstständige profitieren zudem von geringeren Beträgen. Diese steigen allerdings mit dem Alter und mit der Anzahl der mitversicherten Kinder. Schnell übersteigen die Beiträge die Kosten für die GKV. Viele Versicherte planen daher einen Wechsel in die GKV. Generell gilt, dass der Abschluss des Vertrages innerhalb des Rücktrittsrechts-Zeitraums von 14 Tagen nach Abschluss des Vertrages vorgenommen wird. Wird der Wechsel zu einem späteren Zeitraum versucht, sind einige Hürden zu überwinden, die der Gesetzgeber aufgestellt hat.

Wechsel der Versicherung für Arbeitnehmer & Angestellte
Arbeitnehmer und Angestellte haben es vergleichsweise einfach, in die GKV zu wechseln. Fällt das Einkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von 57.600 € wird der Arbeitnehmer in der GKV pflichtversichert. Arbeitnehmer und Angestellte, deren Einkommen über der JAEG liegt und die sich entschieden haben, sich privat zu versichern, könnten ihr Einkommen unter diese Grenze legen, wenn sie etwa in Teilzeit arbeiten. Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Teil des Einkommens für die betriebliche Altersvorsorge zu investieren, da der Betrag (derzeit maximal 2.976 €) nicht unter das JAEG fällt. Dies gilt auch für variable Gehaltsbestandteile wie Provisionen oder Weihnachtsgeld. Der Wechsel in die GKV erfolgt automatisch mit der Unterzeichnung des neuen Arbeitsvertrages. Im Falle der Arbeitslosigkeit werden versicherte automatisch in der GKV versichert.

Der Wechsel für Freiberufler und Selbstständige
Besteht eine hauptberufliche Selbstständigkeit, ist der Wechsel von der PKV in die GKV ausgeschlossen. Die einfachste Möglichkeit ist es, in ein Arbeitsverhältnis zu wechseln. Dieses muss als Hauptberuf ausgeführt werden, wobei mindestens 20 Stunden im Monat gearbeitet wird und der Verdienst mindestens 450 Euro beträgt. Zudem muss mit dem Hauptberuf der Großteil des Einkommens generiert werden, um in die GKV zu wechseln. Die Selbstständigkeit darf lediglich als Nebenberuf ausgeübt werden. Eine weitere Möglichkeit ist der Bezug von ALG I oder ALG II. Ist der Ehepartner in der GKV versichert, kann die Selbstständigkeit auch aufgegeben und in die Familienversicherung gewechselt werden.

Schwierigkeiten des Versicherungswechsels im Alter
Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat, hat keine Chance mehr, in die GKV zu wechseln, der Gesetzgeber hat dieser Möglichkeit den Riegel vorgeschoben. Die einzige Ausnahme besteht darin, wenn der Versicherte in den fünf Jahren vor dem angestrebten Wechsel in die GKV mindestens einen Tag lang in einer solchen versichert war. Eine mögliche Alternative ist auch für ältere Versicherte, den Tarif innerhalb des bestehenden Versicherers zu senken. Allerdings wird dies natürlich nicht gern gesehen, da die Versicherer Einnahmen verlieren. Der Basistarif der PKV darf den Maximalbeitrag der GKV von derzeit 639,38 € nicht überschreiten.