So wechseln privat Krankenversicherte ihren Tarif

So wechseln privat Krankenversicherte ihren Tarif

GesundheitswesenPrivatpatienten profitieren von besseren Leistungen und günstigen Versicherungsbeiträgen. Doch nicht selten erfolgt pünktlich zum Jahreswechsel eine Beitragserhöhung. Wer den Versicherer wechselt, kann jedoch durchschnittlich 40 Prozent sparen!

Im Januar 2014 haben elf private Krankenversicherungsunternehmen in Deutschland ihre Beiträge erhöht. Betroffen sind alle Versicherungsbereiche – Krankentagegeld-Zusatzversicherungen und private Krankenvollversicherungen. Nur in wenigen Tarifen erfolgte eine Beitragssenkung oder Beibehaltung des alten Beitrags. In einigen Fällen betrug die Beitragserhöhung sogar bis zu 50 Prozent! Die Zahl der unzufriedenen Krankenversicherten, die einen Privattarif besitzen, ist hoch. Vor allem ältere Privatkunden müssen mittlerweile 600 bis 800 Euro monatlich an ihren Versicherer überweisen – und nicht wenige können diese Summen noch aufbringen. Der Bund der Versicherten berichtet von Fällen, in denen die Tarife innerhalb von nur sechs Jahren verdoppelt wurden.

Wechsel zur gesetzlichen Krankenkasse

Nicht wenige Privatpatienten würden gerne in die gesetzliche Kasse wechseln. Doch die Wechselbedingungen sind hochgesteckt! Nicht grundlos: Sonst würden sich alle in jungen Jahren bei der leistungsstarken privaten Krankenversicherung versichern und von den niedrigen Beiträgen profitieren und im Alter dann von den günstigeren gesetzlichen Tarifen. Ein Sprung in die gesetzlichen Krankenkassen ist nur dann möglich, wenn Privatversicherte arbeitslos, vom Selbstständigen zum Arbeitnehmer werden oder das jährliche Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze von 53.550 Euro im Jahr 2014 fällt. Grundsätzlich können auch nur Versicherte wechseln, die nicht älter als 55 Jahre sind.

Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherungen

Auch ein Wechsel innerhalb der privaten Versicherer ist problematisch: Lediglich Versicherte, die nach 2009 ihren Tarif abgeschlossen haben, können bei einem Wechsel ihre bis dato angesparten Altersrückstellungen mitnehmen. Diese dienen als finanzielles Polster, um später im Alter höhere Beiträge aufzufangen. Auch dem Gesetzgeber ist die Problematik bewusst, doch eine gesetzliche Regelung lässt derzeit auf sich warten. Gleiches betrifft das von den Verbraucherschützern geforderte Verbot einer erneuten Gesundheitsprüfung beim Wechsel. Sie raten daher, bei einer drastischen Erhöhung des bestehenden Vertrags in einen niedrigeren Tarif zu wechseln.

Vielen privat Versicherten ist es unbekannt, dass jeder das Recht hat, aus einem teueren Tarif in einen günstigeren zu wechseln. Dies regelt jedoch der § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes. Versicherte, die länger als sieben Jahre in einem Tarif sind, können bei einem Wechsel in einen günstigeren Tarif mit einer Prämie rechnen, die bis zu 40 Prozent unter der derzeitigen Prämie liegt – und dies bei gleichen Leistungen! Der Versicherer Allianz hat Informationen der Verbraucherzentrale Hamburg gemäss sogar versucht, seinen wechselwilligen Kunden zusätzliche Kosten aufzubürden. Die Münchener Allianz wollte dafür einen speziellen „Tarifwechsel-Zuschlag” erheben, doch das Bundesverwaltungsgericht verbot dies. Die Verbraucherzentrale Bayern rät, bei einem Wechsel darauf zu achten, dass es nicht zu einer Leistungsverschlechterung kommt. Denn nach wie vor hat eine gute medizinische Versorgung oberste Priorität.

Bildquelle: © mekcar – Fotolia.com

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)