Welche Kosten übernimmt die AOK bei Hörgeräten?

Welche Kosten übernimmt die AOK bei Hörgeräten?

HörgerätIn Deutschland gibt es nach den Zahlen des Deutschen Schwerhörigenbunds e.V. etwa 15 Millionen Menschen, die unter einer Beeinträchtigung der Hörfähigkeit leiden. Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko, von einer Schwerhörigkeit betroffen zu werden. Ab dem 60. Geburtstag liegt die Wahrscheinlichkeit bei 37 Prozent und ab dem 70 Geburtstag bereits bei 54 Prozent. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, welche Ansprüche auf die Versorgung mit Hörhilfen bestehen.

Von den gesetzlichen Krankenkassen gibt es Zuschüsse für die Versorgung mit externen Hörgeräten, die aber an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind. Wie die Zuschüsse im Einzelnen ausfallen, lässt sich an den Regelungen der AOK Plus demonstrieren. Hier wird beispielsweise ein Zuschuss von 1.534 Euro gewährt, wenn beide Ohren von der Schwerhörigkeit betroffen sind und mit Hörgeräten versorgt werden müssen. In dieser Pauschale sind zwei Ohrpassstücke sowie die Reparatur- und Wartungskosten für die Hörgeräte über einen Zeitraum von sechs Jahren bereits mit inklusive. Im günstigsten Fall haben Versicherte lediglich eine Zuzahlung für Hörgeräte in Höhe von 5 bis 10 Euro zu leisten.

Welche Ansprüche stellt die AOK Plus an die Leistung der Hörgeräte?

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Um die Zuzahlung der AOK Plus zu erhalten, müssen die Hörgeräte Mindestanforderungen an die verwendete Technik erfüllen. Für die Versorgung von Patienten mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit muss die Verstärkungsleistung größer als 75 Dezibel sein. Alle anderen Betroffenen können mit Hörgeräten versorgt werden, deren Verstärkungsleistung zwischen 25 und 75 Dezibel beträgt. Für die Erlangung der Zuschüsse der AOK Plus muss eine individuelle Reserve von 10 bis 15 Dezibel bei der Verstärkungsleistung der Hörgeräte berücksichtigt werden.

Welche Funktionen müssen zuschussfähige Hörgeräte haben?

Zu den Mindestanforderungen für Hörgeräte gehört eine digitale Verarbeitung der Signale. Außerdem müssen die zuschussfähigen Modelle eine Unterdrückung möglicher Rückkoppelungen sowie eine Störschallunterdrückung mitbringen. Die AOK Plus schreibt für zuschussfähige Hörgeräte außerdem vor, dass sie über mindestens drei frei programmierbare Hörprogramme verfügen und mit der Mehrkanal-Verstärkertechnik arbeiten müssen. Das Minimum liegt hier bei vier Kanälen.

Wer zahlt voll implantierbare Hörgeräte?

Wenn eine Versorgung mit externen Hörgeräten nicht möglich ist, kommt die AOK Plus auch für die Kosten für implantierbare Hörgeräte auf. Gründe dafür können anatomische Besonderheiten oder häufige Mittelohrentzündungen sein. Notwendig ist dafür ein Befundbericht des behandelnden HNO-Facharztes, der bei einem Gutachter eingereicht werden muss. Hier werden die konkreten Zuschusshöhen über Einzelfallentscheidungen festgelegt. Das trifft sowohl auf komplett implantierte als auch auf teilimplantierte Hörgeräte zu.

Bildquelle: © Bundesinnung Hörgeräte (22795693391) – Flickr.com (Bestimmte Rechte vorbehalten)