Zusätzliche Beitragslasten bei der GKV im Jahr 2016

Zusätzliche Beitragslasten bei der GKV im Jahr 2016

KrankenbettRund 24 Millionen Menschen mit einer Police bei einer gesetzlichen Krankenversicherung müssen 2016 mit erheblichen Beitragserhöhungen rechnen. Sie liegen teilweise sogar über dem Wert von 1,1 Prozent des Gehalts, der vom Bundesgesundheitsminister prognostiziert wurde.

Über die konkreten Werte der Zusatzbeiträge in der GKV wird bei den meisten Krankenkassen erst im Dezember entschieden. Dennoch steht jetzt schon fest, dass bei einigen gesetzlichen Krankenkassen und Ersatzkassen die 2016er Erhöhung des Zusatzbeitrags höher als 0,2 Prozent ausfallen wird. Zu dieser Schlussfolgerung kommt eine Erhebung, die durch die Redaktion des Handelsblatts durchgeführt wurde. Danach müssen sich die Mitglieder folgender Krankenkassen auf eine überdurchschnittliche Erhöhung der Beitragslast einstellen:

  • AOK Hessen
  • AOK Rheinland/Hamburg
  • Barmer GEK
  • DAK
  • Deutsche BKN
  • KKH
  • Novitas BKK
  • Viactiv BKK
TARIFCHECK24 - Private Krankenversicherung

Das Geld wird allein in den Geldbörsen der Versicherten fehlen, da die Arbeitgeber aufgrund der zu Jahresbeginn 2015 durchgeführten Reform zur Finanzierung der Krankenkassen nicht an den Zusatzbeiträgen beteiligt werden.

Viele Selbstständige von den Zusatzbeiträgen der GKV betroffen

Die Erhöhung der Pflichtversicherungsgrenze führte dazu, dass mehrere Tausend Selbstständige von der PKV in die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung wechseln mussten. Von 2013 auf 2014 reduzierte sich dadurch die Zahl der Vollversicherten in der PKV um rund 55.700. Hier ist zu beachten, dass mit den Selbstständigen auch deren Kinder in der Regel von der PKV in die GKV wechseln. Für sie müssen bei der Vollversicherung bei der PKV gesonderte Verträge abgeschlossen werden, während sie bei der GKV kostenfrei in die Familienversicherung aufgenommen werden können.

Dennoch ist der Kundenbestand bei den privaten Krankenversicherungen im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent gestiegen. Der Grund dafür sind die Einschränkungen in den Leistungskatalogen der GKV. Sie bewirkten, dass eine steigende Zahl von Menschen ergänzende Krankenzusatzversicherungen abgeschlossen haben. Vor allem die geförderten Pflegezusatzversicherungen stehen auf der Rangliste der Beliebtheit ganz oben. Allein sie machen bei den privaten Krankenversicherungen mittlerweile rund 560.000 Verträge aus.

Bildquelle: © Metropolico.org – Flickr.com (Bestimmte Rechte vorbehalten)