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Barmer GEK setzt auf Call Center

Barmer GEKDie Krankenkasse Barmer GEK gab bereits letztes Jahr bekannt, 300 Millionen Euro an Kosten einsparen und rund 50 Prozent der Geschäftsstellen alleine in Baden-Württemberg schließen zu wollen. Bundesweit soll 20 Prozent des Personals abgebaut werden, allerdings wird auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Wer auf dem Land lebt, muss sich demnach als Barmer Versicherter auf längere Wege einstellen, wenn er eine Geschäftsstelle aufsuchen möchte.

Stellenabbau bis 2018

Die Barmer möchte bis zum Jahr 2018 rund 300 Millionen Euro an Verwaltungskosten einsparen. Ziel sei es aber trotzdem, den Service für die Versicherten zu verbessern. Bundesweit sollen von den derzeit 16.900 Arbeitsplätzen 3.500 wegfallen. Geplant ist der Stellenabbau bis 2018. Mit der Gewerkschaft Verdi wurde in einem Tarifvertrag die betriebsbedingte Kündigung ausgeschlossen. Für den Personalabbau soll ausschließlich die normale Personalfluktuation genutzt werden. Älteren Beschäftigten werden Vorruhestandsregelungen angeboten.

Künftig an sechs Standorten Call Center

Die Barmer verspricht ihren Versicherten, die Betreuungsqualität noch zu verbessern. Hierfür werden künftig an sechs Standorten bundesweit Call Center eingerichtet. In diesen sollen jeweils 200 Fachleute für die Versicherten rund um die Uhr erreichbar sein. Eine Mitgliederbefragung hat anscheinend ergeben, dass eine telefonische Erreichbarkeit für viele Versicherte immer wichtiger werde. Der Umbau der Personalstruktur sei darauf eine Reaktion.

Bei der Schließung der Geschäftsstellen habe die Barmer gemäß eigenen Angaben darauf geachtet, dass auch Versicherte, die auf dem Land leben, eine Geschäftsstelle in 20 Minuten erreichen könnten. Da, wo das nur sehr schwer umzusetzen sei, sind mobile Beratungen im Gespräch, zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden. Die verbleibenden Geschäftsstellen werden zudem die Öffnungszeiten verlängern.

Antragsbearbeitung bleibt bei den Standorten

Die Bearbeitung von Krankengeldanträgen oder Rezepten bleibt bei den einzelnen Standorten. Hierfür werden Verwaltungszentren eingerichtet. Während an einigen Standorten Abrechnungszentren geschlossen werden, werden andere hingegen weiter ausgebaut.

Die Mitarbeitergespräche für die geplanten Änderungen fanden bereits September letzten Jahres statt. Dabei wurde vereinbart, dass kein Arbeitnehmer künftig eine längere Fahrtzeit als eine Stunde haben wird. Liegt diese darüber, wird die Fahrzeit als Arbeitszeit angerechnet. So soll den Mitarbeitern der Wechsel erleichtert werden. Mit dem Bau des ersten Call Centers in Merzig wurde bereits im April 2015 begonnen.


Bildquelle: 8269909207 – Metro Centric – Flickr.com (Bestimmte Rechte vorbehalten)