Skip to main content

So funktioniert ein Wechsel als Selbstständiger zur GKV

© thomasp24 - Fotolia.comSelbstständigen wird die Rückkehr von einer privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung vom Gesetzgeber erschwert – sie ist nur in ganz wenigen Ausnahmefällen überhaupt möglich. Dies liegt daran, dass so verhindert werden soll, dass Privatversicherte später bei steigenden Beiträgen einfach wieder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Wir schildern nachfolgend, wie einem Selbstständigen dieser Wechsel dennoch gelingt.

Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse durch Anstellungsvertrag

Die vermutlich einfachste Möglichkeit, als Selbstständiger wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu gelangen, ist die Aufnahme eines Jobs. Das Einkommen darf als unselbstständiger Angestellter einen monatlichen Verdienst von 450 Euro brutto nicht unterschreiten und auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 53.550 Euro darf nicht überschritten werden. Die selbstständige Tätigkeit muss hierfür zwar nicht vollkommen aufgegeben werden, jedoch muss das Angestelltenverhältnis die Haupttätigkeit sein. Der Hauptberuf muss sowohl den Hauptbestandteil des monatlichen Einkommens wie auch der Arbeitszeit ausmachen.

Verheiratete Selbstständige gelangen wieder in die gesetzliche Krankenversicherung, indem sie ihr Gewerbe abmelden und in die Familienversicherung ihres Ehepartners wechseln – dies gelingt aber nur dann, wenn der Ehepartner selber in der GKV ist.

Arbeitslosigkeit und private Krankenversicherung

Wer arbeitslos wird und Arbeitslosengeld I bezieht, kann ebenfalls in die GKV zurück. Dies funktioniert selbst dann, wenn sich PKV-Versicherte zuvor wegen Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze von der Versicherungspflicht haben befreien lassen. Die einzige Ausnahme sind Menschen über 55 Jahre, die innerhalb der letzten fünf Jahre nicht für einen einzigen Tag in der GKV versichert waren.

Privat Krankenversicherte mit einem neuen Job im europäischen Ausland mit Pflichtversicherungsrecht können mit Jobaufnahme oder Umzug auch in die dortige Pflichtversicherung eintreten. EU-Länder, die solch eine entsprechende Krankenversicherungspflicht besitzen, sind beispielsweise die Schweiz, Schweden oder die Niederlande. Um später auch in der deutschen GKV aufgenommen zu werden, ist es notwendig, für mindestens zwölf Monate dort versichert zu sein. Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland muss binnen drei Monate nach Rückkehr erfolgen. Aber auch Selbstständige, die freiwillig eine Arbeitslosenversicherung abgeschlossen haben, können nach einem Jahr Arbeitslosigkeit wieder in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren.

Eine weitere Ausnahmemöglichkeit – auch für Selbstständige über 55 Jahre – ist bei einer anerkannten Schwerbehinderung gegeben. Nach der Anerkennung haben Selbstständige drei Monate lang Zeit, bei einer gesetzlichen Krankenversicherung einen Aufnahmeantrag zu stellen – allerdings nimmt nicht jede Krankenkasse den Selbstständigen dann auch auf. Denn abhängig von der jeweiligen Satzung haben gesetzliche Krankenkassen bestimmte Altersgrenzen für die Aufnahme von schwerbehinderten Menschen. Manche setzen die Grenze schon bei 45 Jahren, andere haben auch gar keine Altersgrenze.

Bildquelle: © thomasp24 – Fotolia.com
Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)