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GDV passt Rentenrechner an neue KV-Tarife an

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in seinem Internetauftritt im April seinen Rechner an die neuen Tarife der Krankenversicherung angepasst. Innerhalb von nur 15 Minuten können so individuelle Versorgungslücken ermittelt werden.

In vier Schritte Versorgungslücken ermitteln

Die Aktualisierung berücksichtigt jetzt auch die Unisex-Tarife der Krankenversicherer. Die GDV verspricht: „Verbraucher können ab sofort im Internet ihre finanzielle Versorgungslücke im Alter ausrechnen“. In nur vier einfachen Schritten können Verbraucher künftig überprüfen, wie viel Geld sie im Rentenalter erhalten und ob der Abschluss einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge notwendig ist.

Ebenso können Nutzer ihre zukünftige monatliche Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente ermitteln. Dazu wird allerdings die gesetzliche Renteninformation sowie die jährliche Standmitteilung der betrieblichen Altersvorsorge oder Mittlung der privaten Vorsorge benötigt – soweit überhaupt vorhanden oder abgeschlossen.
Nach der Eingabe von allen relevanten Daten, wie beispielsweise Bruttoeinkommen sowie das Geburtsjahr, müssen die Internetnutzer ihre Versorgungsziele erfassen. Dabei ist eine Auswahl zwischen 50 und 95 Prozent möglich oder im Invaliditätsfall zwischen 40 und 70 Prozent.
Der Versichererverband erklärt dazu „Bitte beachten Sie, dass auch die Leistungen im Alter und im Invaliditätsfall teilweise steuerpflichtig sowie kranken- und pflegeversicherungspflichtig sein können!“ Eine konkrete Auswirkung wird nicht errechnet.

Nicht alle Schritte des Rechners nachvollziehbar

Leistungsansprüche aus beliebigen betrieblichen, privaten oder gesetzlichen vorhandenen Versorgungen können ebenso wie das vorhandene Vermögen für die Altersrente erfasst werden. Je nach Alter des Rentners und dem Rentenbeginn wird das Ergebnis angezeigt, allerdings wird ein vorgezogener Ruhestand nicht mit angegeben. Das vorhandene Kapital kann ebenfalls in eine monatliche Rente umgerechnet werden.
Es ist bereits eine Inflationsrate in Höhe von 1,5 Prozent eingearbeitet. Dieser Steigerungssatz ist unveränderbar und das Brutto-Einkommen sowie die Versorgungsziele werden entsprechend diesem Faktor hochgerechnet, ebenso wie die gesetzlichen Rentenansprüche. Die private Versorgung dagegen wird nicht angepasst.

Im letzten Schritt erfolgt eine Berechnung der Versorgungslücke im Invaliditätsfall. Das aktuelle Bruttoeinkommen sowie die Summe der errechneten Versorgungsansprüche werden gegenübergestellt. Es bleibt allerdings unklar, inwieweit sich diese im Falle einer Erwerbsminderung oder einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit unterscheiden.
Der GDV will mit dem Rechner keine Beratung ersetzen. Er will lediglich „ein Stück weit dazu beitragen, die individuelle Notwendigkeit von Altersvorsorge aufzudecken und so den Handlungsbedarf zu verdeutlichen.“ Eine Haftung für sämtliche mit dem Rechner berechneten Ergebnisse lehnt der GDV jedoch grundsätzlich ab.

Daher ist den Internetnutzern des Rechners geraten, immer auch eine fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen, die in der Regel kostenlos ist. Denn eine richtige und fachgerechte Planung der Altersvorsorge ist dermaßen individuell und komplex, dass sie niemals mithilfe eines Rentenrechners abgebildet werden kann.

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)