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Kleingedrucktes: Hierauf müssen Privatversicherte beim Abschluss der Police achten

Versicherungsvertrag unter der LupeIn einigen Tarifen der privaten Krankenversicherung verstecken sich oft Einschränkungen der Leistungserbringung – diese können im Ernstfall dem Versicherten teuer zu stehen kommen. In vielen Policen befinden sich zudem schwammige Formulierungen – doch worauf ist genau zu achten?

Zuschuss zu Brillengestellen

Steht im Vertrag, dass lediglich ein Brillengestell „in einfacher Ausführung” übernommen wird, heißt es aufgepasst! Aber was darf nun ein Gestell nach dieser Vorgabe kosten? 100, 200 oder 300 Euro? Ein Versicherter klagte vor dem Landgericht Wiesbaden, dass diese Klausel ungültig sei, da sie zu unbestimmt verfasst sei – doch ohne Erfolg! Das Landgericht wies die Klage ab: Eine einfache Ausführung würde 80 Euro bedeuten. Für die meisten Versicherten sollte ein nicht erstattetes Brillengestell jedoch noch zu verschmerzen sein, doch ähnliche Klauseln verstecken sich auch in anderen Leistungen – und das kann ins Geld gehen.

Kostenfalle Behandlung in einer Privatklinik

Die Hanse Merkur bezieht sich zum Punkt der Übernahme von Behandlungskosten in einer Privatklinik auf eine Erstattung im Rahmen der Bundespflegeverordnung oder des Krankenhausentgeltgesetzes. Im ersten Moment klingt das auch ganz gut – allerdings rechnet eine Privatklinik immer höhere Kosten ab als ein gewöhnliches Krankenhaus. Somit sagt solch eine Klausel lediglich aus, dass exakt nur die Kosten bis zur Maximalgrenze dessen übernommen werden, die auch ein öffentliches Krankenhaus berechnen würde – den Rest muss der Versicherte selber tragen.

Andere Klauseln verlangen vom Versicherungsnehmer Unmögliches

Etwa in jeder zweiten Police ist noch eine Klausel zu finden, die besagt, dass Kosten, die für eine privatärztliche Behandlung entstanden und über die Höchstsätze der gesetzlichen Gebührenordnung hinausgehen, nur dann zu erstatten sind, wenn diese „durch besondere krankheitsbedingte Erschwernisse” verursacht wurden. Dem widerspricht, dass die Gebührenordnung vorschreibt, dass vor der Leistungserbringung eine Honorarvereinbarung geschlossen werden muss – und diese darf keine Begründung enthalten – aber dies fordert die Klausel.

Alkoholklausel – einmaliger Alkoholgenuss reicht

Eine Alkoholklausel besagt, dass bei einer Krankheit oder bei einem Unfall eine durch den Konsum von Alkohol entstandene Arbeitsunfähigkeit die Behandlungskosten übernommen werden. Allerdings zahlt dann die Krankentagegeldversicherung nicht, wenn diese Klausel Teil der Versicherungsbedingungen ist. Ebenfalls übernimmt der Versicherer keine Kosten für Entziehungskuren oder Entziehungsmaßnahmen. Das größte Problem solch einer Klausel ist, dass nicht zwischen einmaligen Alkoholgenuss und einer Alkoholabhängigkeit unterschieden wird. Daher verzichten die meisten Versicherer heute auf die Aufnahme der Alkoholklause und erfassen stattdessen die Alkoholabhängigkeit als Suchtklausel. Da solch eine Alkoholklausel zu großen Problemen hinsichtlich einer Übernahme der Kosten führen kann, sollten Verbraucher hier ebenfalls bei der Tarifwahl darauf achten, dass sie nicht Bestandteil der Allgemeinen Versicherungsbedingungen ist.

Bildquelle: © Henry Schmitt – Fotolia.com
Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)