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Mitgliederzahlen der privaten Krankenversicherung sinken

figures -geralt - pixabayAktuelle Zahlen, die auf der Jahrespressekonferenz der Versicherungswirtschaft veröffentlicht wurden, belegen, dass 2014 die privaten Krankenversicherer mehr Abgänge als Zugänge zu beklagen haben. Und auch das Geschäft mit den lukrativen Kranken-Zusatzversicherungen lief verhalten.

Zahl der Privat-Versicherten sinkt um 55.700 Mitglieder

Die Beitragseinnahmen wuchsen 2014 um 300 Millionen Euro auf 36,2 Milliarden Euro – ein Plus von 0,7 Prozent. Alleine im Bereich der privaten Krankenversicherung ergab dies einen Zuwachs von 0,9 Prozent auf 34,2 Milliarden Euro. Grund für dieses geringe Wachstum ist unter anderem die Beitragsentwicklung der meisten privaten Krankenversicherer. In der Pflegeversicherung sanken die Beiträge um 2,5 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Dafür stiegen auf der Leistungsseite die Ausgaben auf 24,7 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 1,8 Prozent. Im Jahr 2014 wurden 23,8 Milliarden Euro für Versicherungsleistungen aufgewendet.

Der Bestand an Versicherten sank in der Krankenvollversicherung um 0,6 Prozent, dies entspricht einem Rückgang von 55.700 Mitgliedern. Verursacht wurde der Rückgang durch die gute konjunkturelle Entwicklung, wodurch viele privat versicherten Selbstständige in eine unselbstständige Tätigkeit gewechselt haben. Da dann in der Regel der Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen liegt, hat sich dieser Personenkreis wieder gesetzlich pflichtversichern müssen. Ein weiterer Grund sind auch die Medien, die immer wieder über hohe Beitragserhöhungen berichtet haben. Dies hat viele Menschen davon abgehalten, sich privat zu versichern.

„Pflege-Bahr“ entwickelt sich nicht wie gewünscht

Drei Millionen private Pflegezusatzversicherungen konnten 2014 abgeschlossen werden, denn die Sorge der Menschen, später im Alter zu einem Pflegefall zu werden, wächst. Daher stieg die Zahl der vom Staat geförderten Pflegezusatzversicherungen, der sogenannten „Pflege-Bahr“, um 55,5 Prozent, was 549.900 Verträge bedeutet. Doch die anvisierte Zahl von einer Million wurde deutlich unterschritten. Zeitgleich stieg die Anzahl der ungeförderten Pflegezusatzversicherungen auf 2,5 Millionen Verträge an – ein Plus von 4,5 Prozent.

Die private Krankenversicherung sieht ihren Vorteil in den Altersrücklagen. Diese sollen die Mitglieder im Alter vor einer hohen Beitragssteigerung schützen, obwohl der Krankenstand im Alter zeitgleich zunimmt. 2014 konnten rund acht Milliarden Euro dafür zurückgelegt werden und die Rücklage wuchs auf 202 Milliarden um 4,1 Prozent an.

Autorin: Christine Krellner (Google+ Profil)
Bildquelle: (cc) geralt – pixabay.com