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Polster der gesetzlichen Krankenkassen weiterhin in Milliardenhöhe

GesundheitssystemZwar ist das Finanzpolster der gesetzlichen Krankenversicherungen zum Ende des Vorjahres ein klein wenig geschrumpft, aber mit 27,6 Milliarden Euro auch immer noch recht groß. Und trotz alledem blicken die Kassen sorgenvoll in die Zukunft!

Krankenkassen bleiben besorgt und skeptisch

Bereits letztes Jahr waren die Überschüsse ein politisch heiß diskutiertes Thema. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, erwirtschafteten die gesetzlichen Krankenkassenversicherungen (GKV) alleine in den ersten drei Quartalen des Jahres 2013 einen Überschuss von rund 1,47 Milliarden Euro. Währenddessen wies die Geldsammelstelle der Krankenkassen – der Gesundheitsfonds – im gleichen Zeitraum ein Minus von knapp 2,46 Milliarden Euro auf, welches aber Ende 2013 dank der Einmalzahlung des Weihnachtsgeldes wieder ausgeglichen wurde.

Im Dezember 2012 war noch ein Rekordpolster in Höhe von 28,3 Milliarden Euro vorhanden. Da das Defizit überwiegend auf eine Kürzung der staatlichen Zuschüsse beruht, schrumpften die Reserven der GKV ein bisschen. Obwohl die Praxisgebühr abgeschafft und an die Versicherten der GKV Prämienzahlungen geleistet wurden, wird die gesetzliche Krankenversicherung jedoch gemäß einer Aussage des Ministeriums vermutlich auch in diesem Jahr keine roten Zahlen schreiben.

Trotzdem blickt der GKV-Spitzenverband sorgenvoll in die Zukunft. Zwar seien die Aussichten für 2014 positiv, jedoch sei der Überschuss der Kassen im Vorjahresvergleich deutlich gesunken. Sprecher Florian Lanz warnt vor weiteren Kürzungen der Zuschüsse vom Bund: „Der Trend sowohl beim Gesundheitsfonds als auch bei den Kassen weist auf eine finanziell herausfordernde Zukunft hin“.2013 war die staatliche Finanzspritze von 14 auf 11,5 Milliarden Euro gekürzt worden.

Umgang mit den Überschüssen nach wie vor unklar

Während nun die Kassen dieses Geld als Rücklage für die Zukunft nutzen wollen, wurden politische Möglichkeiten diskutiert, um auch die Beitragszahler von diesem Geld profitieren zu lassen. Konkrete Aktionen, um die Krankenkassen mithilfe von gesetzlichen Regelungen zu einer Rückzahlung eines bestimmten Anteils an die Versicherten zu zwingen, laufen aktuell aber nicht.

Wie Finanzcheck berichtet, ergab eine Befragung unter den gesetzlich versicherten Bundesbürgern, dass bereits jeder Vierte nicht mit den Leistungen seiner Krankenversicherung zufrieden ist. Eigentlich sollten GKVs mehr leisten, als lediglich die Kosten für eine medizinische Versorgung ihrer versicherten Mitglieder zu gewährleisten. Dazu gehören ebenfalls ein guter Service und ein breites Spektrum an Leistungen.

Eine Online-Studie mit 3.142 befragten Personen brachte zutage, dass die Befragten überwiegend mit dem Service ihrer Krankenkasse zufrieden sind. Jedoch gibt es große Unterschiede in der Beratung vor Ort und dem telefonischen Service. Auch die Qualität der Webseiten und die Kommunikation per E-Mail sind durchaus noch verbesserungswürdig.Nach Ansicht vieler Mitglieder offenbart ebenfalls das Leistungsangebot vieler Kassen leichte Schwächen. Mit den Bonusaktionen und dem Gesundheitsprogramm sind beispielsweise lediglich knapp drei Viertel der Befragten zufrieden. Und acht Prozent der Versicherten gaben an, ihre Krankenkasse bereits gewechselt zu haben oder zurzeit einen Wechselwunsch zu hegen.

Das Hauptargument zum Wechsel ist das Leistungsangebot. Als Grund, warum die Versicherten die derzeitige Krankenkasse gewählt haben, wurde mehrheitlich angegeben, dass sie schon immer dort versichert waren.
Mehr Informationen zum Thema gesetzliche Krankenversicherung gibt es auf dieser Website: http://www.finanzcheck.de

Bildquelle: © M. Schuppich – Fotolia.com